Trockene Keller sind ein Traum: Sie bieten Platz für Werkzeug, Einrichtung, Vorräte und Wäsche. Doch bei eindringender Nässe beginnt ein Albtraum. Nach und nach müffelt es immer schlimmer, Schimmel bildet sich und die Nutzung ist eingeschränkt. Abhilfe schafft eine Entfeuchtung im Verbund mit einer Kellersanierung. Doch welche Maßnahmen sind wann und unter welchen Bedingungen sinnvoll?
Themenbereich
Altbausanierung: Grundlagen, Planung und Anleitungen
Ein älteres Haus soll saniert werden – aber wo fängst du an? Beim Dach, bei feuchten Wänden, bei den Fenstern oder bei der Heizung? Der wichtigste erste Schritt ist kein Abriss und kein Einkauf, sondern eine geordnete Bestandsaufnahme.
Hier erfährst du, wie du Schäden und Wünsche auseinanderhältst, Arbeiten sinnvoll priorisierst und aus vielen Einzelbaustellen einen ersten Sanierungsplan machst. Passende Anleitungen für die einzelnen Gewerke findest du am Ende.
Inhalt: Altbausanierung planen – Bestand, Reihenfolge, Kosten und Eigenleistung
- Kurz zusammengefasst
- Was bedeutet Altbausanierung – und was ist das Ziel?
- Schritt 1: Den Zustand des Hauses systematisch erfassen
- Schritt 2: Sanierungsziele und Prioritäten festlegen
- Schritt 3: Die Reihenfolge der Altbausanierung sinnvoll planen
- Schritt 4: Besonderheiten des Haustyps beachten
- Schritt 5: Kosten, Reserven und Fördermittel vorbereiten
- Schritt 6: Eigenleistung sinnvoll von Facharbeiten trennen
- Mehr Heimwerkerwissen für dein nächstes Projekt
- Aus der Bestandsaufnahme einen ersten Projektplan machen
- Dein nächster Schritt – und die passenden Anleitungen
- Ergänzung oder Frage von dir?
- Quellen und weiterführende Fachinformationen
- Anleitungen und Ratgeber zur Altbausanierung
Kurz zusammengefasst
- Zuerst prüfen: Dokumentiere den Zustand von Dach, Tragwerk, Feuchtigkeit, Leitungen, Gebäudehülle und Heizung. Verdächtige Schäden gehören vor der Planung fachlich abgeklärt.
- Dann priorisieren: Sicherheit und weitere Schäden verhindern zuerst; notwendige Eingriffe und technisch zusammenhängende Arbeiten danach; Optik und Komfort nach Möglichkeit zuletzt.
- Maßnahmen abstimmen: Fenster, Dämmung, Lüftung und Heiztechnik beeinflussen sich. Die passende Reihenfolge hängt vom Gebäude ab.
- Budget realistisch planen: Angebote, Baunebenkosten, Reserven und eventuelle Förderbedingungen gehören vor die Beauftragung.
- Eigenleistung begrenzen: Dokumentieren und einfache Ausbauarbeiten können gut selbst gelingen; Tragwerk, gefährliche Stoffe sowie feste Elektro- und Gasanlagen erfordern besondere fachliche Zuständigkeit.
Im Folgenden gehst du Schritt für Schritt von der ersten Bestandsaufnahme bis zur Vorbereitung der Arbeiten.
Was bedeutet Altbausanierung – und was ist das Ziel?
Bei einer Altbausanierung wird ein bestehendes Gebäude instand gesetzt und, wo sinnvoll, technisch oder funktional verbessert. Das kann von der Beseitigung einzelner Schäden bis zu einer umfangreichen Erneuerung reichen. Eine Renovierung verändert dagegen häufig vor allem Oberflächen und Erscheinungsbild; eine Modernisierung verbessert beispielsweise Energieeffizienz, Nutzung oder Komfort. In der Praxis überschneiden sich diese Begriffe.
Vielleicht muss die Fassade erneuert werden, das Mauerwerk ist feucht oder die Raumaufteilung passt nicht mehr. Gleichzeitig möchtest du Heizenergie sparen, gesund wohnen und möglichst viel vom Charakter des Hauses erhalten. Nicht alles davon ist gleichzeitig möglich oder bezahlbar. Deshalb gilt auch bei einer schrittweisen Sanierung der bewährte Grundsatz:
Erst planen, dann bauen.
Ein Haus bleibt über Jahrzehnte in Veränderung. Dächer, Leitungen, Oberflächen und Anlagen haben unterschiedliche Lebensdauern. Ziel muss deshalb nicht sein, alles auf einmal auf einen vermeintlich endgültigen Stand zu bringen, sondern die richtigen Arbeiten zum richtigen Zeitpunkt anzugehen – ohne Folgeschäden oder doppelte Kosten zu erzeugen.
Schritt 1: Den Zustand des Hauses systematisch erfassen
Beginne mit einem Rundgang von außen nach innen und notiere für jeden Gebäudeteil: Was fällt auf? Seit wann? Wo genau? Welche Fotos, Rechnungen oder Pläne liegen vor? Trenne sichtbare Beobachtungen von Vermutungen über Ursachen. Ein dunkler Fleck ist zum Beispiel ein Befund, aber noch keine gesicherte Diagnose.
| Bereich | Worauf achten? | Nächster sinnvoller Schritt |
|---|---|---|
| Dach und Gebäudehülle | Undichtigkeiten, beschädigte Eindeckung, auffällige Dachanschlüsse, Fassadenrisse, Zugluft | Schäden dokumentieren; Dach und größere Risse fachlich einschätzen lassen |
| Keller und Feuchtigkeit | Wasserflecken, Salzspuren, muffiger Geruch, Schimmel, nasse Bauteile | Feuchteursache klären, nicht nur Oberfläche überstreichen |
| Tragende Bauteile | Verformungen, ungewöhnliche Rissbilder, geschädigte Balken, absackende Böden | Bei Verdacht auf Tragwerksprobleme Statiker oder geeigneten Sachverständigen hinzuziehen |
| Haustechnik | Alter und Zustand von Elektroinstallation, Wasser-/Abwasserleitungen, Heizung, Warmwasser | Unterlagen und bekannte Mängel sammeln; Anlagen fachlich prüfen lassen |
| Fenster, Dämmung, Lüftung | Undichte Anschlüsse, kalte Oberflächen, Zugerscheinungen, Wärmebrückenverdacht | Energetische Bestandsaufnahme und aufeinander abgestimmte Maßnahmen prüfen |
| Innenräume und Nutzung | Unpassende Grundrisse, beschädigte Oberflächen, Barrieren, fehlender Schallschutz | Wünsche notieren; Eingriffe in tragende Wände vorab klären |
Hilfreich sind Baupläne, frühere Sanierungsnachweise, Wartungsprotokolle und Energieverbrauchsdaten. Unbekannte Baujahre von Leitungen oder verdeckten Schichten solltest du als offen kennzeichnen, statt sie aus dem Gebäudealter abzuleiten.
Dein erster Praxisschritt
Lege für jedes auffällige Bauteil einen Eintrag mit Ort, Foto, Beobachtung, möglicher Auswirkung und nächster Prüfung an. So entsteht eine Arbeitsgrundlage für Fachleute und Angebote – ohne vorzeitige Festlegung auf eine Reparatur.
Feuchtigkeit, Schimmel und Schadstoffe: Erst die Ursache klären
Feuchtes Mauerwerk oder Schimmel gehören zu den häufigsten Gründen für eine Sanierung. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein: eindringendes Wasser, beschädigte Leitungen, Wärmebrücken, unzureichende Lüftung oder mehrere Faktoren gleichzeitig. Eine zusätzliche Dämmung beseitigt einen vorhandenen Feuchteschaden nicht automatisch. Bei größeren oder wiederkehrenden Schäden ist eine fachliche Untersuchung wichtiger als eine schnelle kosmetische Behandlung. Siehe z. B.:
Beitrag: Keller feucht – was tun?
Ein zweiter Prüfpunkt sind mögliche Schadstoffe in älteren Baustoffen, etwa Asbest in bestimmten Platten, Klebern oder Spachtelmassen. Vor staubenden Eingriffen wie Schleifen, Bohren oder Abbruch muss das Materialrisiko geklärt werden. Besteht ein begründeter Asbestverdacht, die Bearbeitung nicht auf gut Glück beginnen. Siehe:
Beitrag: Asbest Gefahr bei Renovierungen
Wenn du vor der Aufgabe stehst, ein älteres Haus oder eine Wohnung zu renovieren, dann steht nicht nur Holz, Farbe und Pinsel zur Debatte – sondern im Stillen auch ein unsichtbarer Gegner: Asbest. Dieser Stoff, einst als „Wundermaterial“ gefeiert, kann heute bei unsachgemäßer Bearbeitung lebensgefährlich werden. In diesem Artikel bekommst du nicht nur die Fakten, sondern klar verständliche Hinweise: wie man mögliche Asbestmaterialien erkennt, welche Pflichten auf dich zukommen und wie du bei der Sanierung einen Schritt voraus sein kannst – sachlich, ohne Panik, mit Blick für das echte Risiko. Mit Asbest-Risiko-Rechner für Renovierungen.
Wichtige Grenze
Verdacht auf instabile tragende Bauteile, unbekannte schadstoffhaltige Materialien oder größere Feuchteschäden bedeutet: Arbeiten stoppen, betroffene Bereiche sichern und zunächst eine geeignete Fachperson einschalten.
Schritt 2: Sanierungsziele und Prioritäten festlegen
Was soll sich nach der Sanierung konkret verbessert haben? Weniger Zugluft, keine Feuchtigkeit mehr, geringere Heizkosten, ein besser nutzbarer Grundriss oder der Erhalt historischer Bauteile? Notiere Ziele getrennt von Maßnahmen. „Wohnzimmer wärmer bekommen“ ist ein Ziel; „neue Fenster kaufen“ wäre bereits eine mögliche Lösung – aber vielleicht nicht die richtige erste.
Bewährt hat sich eine Einteilung nach Dringlichkeit und Abhängigkeiten:
| Priorität | Typische Fälle | Entscheidungsregel |
|---|---|---|
| A – sofort klären | Akute Undichtigkeiten, mögliche statische Gefahren, gefährliche Elektroinstallation, erhebliche Schadstoff- oder Feuchteprobleme | Schadensausbreitung und Sicherheitsrisiken zuerst verhindern; bei Gefahr Fachleute einbeziehen |
| B – gemeinsam planen | Dach, Fassade, Fenster, Dämmung, Heizung, Leitungsführung, Lüftung | Wechselwirkungen und nötige Vorarbeiten vor Bestellung abstimmen |
| C – nachgeordnet gestalten | Neue Wandfarben, dekorative Beläge, rein optische Umbauten | Erst umsetzen, wenn verdeckte Technik- und Feuchtefragen geklärt sind |
Diese Gruppen sind keine starre Bauabfolge. Eine undichte Dachfläche kann sofortiges Handeln verlangen, während eine technisch intakte Dachdeckung noch lange erhalten bleiben kann. Entscheidend ist immer der Befund.
Schritt 3: Die Reihenfolge der Altbausanierung sinnvoll planen
Mehrere Gewerke greifen ineinander. Bevor du Aufträge vergibst, zeichne die Abhängigkeiten zwischen den Maßnahmen auf. Als erste Orientierung dient dieser Ablauf:
- Schäden und Gefahren untersuchen: Tragwerk, Feuchtigkeit, Schadstoffe, undichte Bauteile sowie kritische Technik prüfen und bei Bedarf sichern.
- Gesamtkonzept erstellen: Ziele, Nutzung, energetischen Zustand, Genehmigungsfragen, Budget und Etappen zusammen betrachten.
- Gebäudehülle und Anschlüsse planen: Dach, Fassade, Fenster, Kellerdecke und gegebenenfalls Lüftung so abstimmen, dass keine neuen Wärmebrücken oder Feuchteprobleme entstehen.
- Haustechnik passend auslegen: Erneuerung oder Anpassung von Heizung, Warmwasser, Lüftung und Leitungen auf den geplanten Endzustand beziehen.
- Verdeckte Arbeiten vor Oberflächen ausführen: Leitungen, Durchbrüche, Abdichtungen und nötige Rohbauarbeiten vor Putz, Böden und Anstrichen erledigen.
- Abnehmen und dokumentieren: Prüfungen, Fachunternehmernachweise, Bedienungsunterlagen und spätere Wartung festhalten.

Dach, Dämmung, Fenster, Lüftung und Heizung beeinflussen sich gegenseitig. Wer die Schnittstellen früh klärt, kann spätere Nacharbeiten vermeiden.
Beispiel Fenster und Fassade: Soll die Fassade später gedämmt werden, müssen Lage, Anschluss und Ausführung neuer Fenster dazu passen. Ein unabhängig vergebener Fenstertausch kann sonst spätere Nacharbeiten auslösen. Zudem verändert sich mit dichteren Fenstern der Luftaustausch; ein geeignetes Lüftungskonzept ist gegebenenfalls mitzuplanen. Mehr dazu unter:
Beitrag: Fenster Altbausanierung
Neben anderen architektonischen Details sind es schmucke alte Fenster, die dem Altbau Charme und Charakter verleihen. Fenster, wie sie heute nicht mehr hergestellt werden; es sei denn es geht um nachempfundene Ersatzfenster für eben diese Altbauten.
Aber die Zeit schreitet voran und andere Anforderungen werden an Fenster gestellt - allen voran die der Wärmedämmung. Es geht also darum, Heizkosten zu sparen und Emissionen zurückzufahren durch den sorgsamen Ersatz alter Fenster durch technisch überlegene neue Fenster, die jedoch die geschätzte Optik nicht zerstören, sondern das Bild erhalten. Um so mehr, wenn es sich um denkmalgeschützte Anwesen handelt und Vorschriften des Denkmalschutzes hinzukommen, um das Originalaussehen zu konservieren.
Überblick über den Austausch von Fenstern im Altbau ► Anforderungen (U-Wert & Co.) ► Fenster-Modelle ► Kosten ► Zuschussstellen ► Verdunkelungsmöglichkeiten ► Video-Tipps
Beispiel Heizung: Vor der endgültigen Auswahl muss klar sein, welcher Wärmebedarf nach geplanten Dämm- und Fenstermaßnahmen zu erwarten ist. Das bedeutet nicht, dass eine defekte Heizung bis zum Abschluss aller anderen Arbeiten warten muss. Die fachliche Planung muss sowohl eine mögliche Zwischenlösung als auch den Zielzustand berücksichtigen.
Merke dir die Planungslogik
Die billigste einzelne Maßnahme ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Gesamtlösung. Gute Altbausanierung vermeidet, dass eine heute abgeschlossene Arbeit für die nächste Maßnahme wieder geöffnet oder geändert werden muss.
Wann hilft ein individueller Sanierungsfahrplan?
Wenn die energetische Modernisierung mehr als eine einzelne Maßnahme umfasst, kann ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) sinnvoll sein. Er entsteht im Rahmen einer Energieberatung und zeigt aufeinander abgestimmte energetische Schritte – auch für eine Sanierung in Etappen. Er ersetzt allerdings nicht die Untersuchung von Tragwerksproblemen, Schadstoffen oder sonstigen Bauschäden.
Wie Energieberatung bei einem Modernisierungsvorhaben ansetzt, zeigt das kurze Video der Verbraucherzentrale. Es dient der Orientierung über das Beratungsangebot, nicht als Anleitung für eine konkrete Bauausführung.
Video: Energie sparen durch Modernisierung – Verbraucherzentrale Energieberatung
Länge: 1:13 Minuten
Fachliche Vertiefung: Verbraucherzentrale zum individuellen Sanierungsfahrplan.
Schritt 4: Besonderheiten des Haustyps beachten
Altbau ist nicht gleich Altbau. Bauzeit und Bauweise geben erste Hinweise, ersetzen aber keine Bestandsprüfung. Drei typische Ausgangslagen aus dem bisherigen Themenbereich:
Das Eigenheim der 1950er-Jahre
Die aus der Zeit des Wirtschaftswunders stammenden Eigenheime, meist in der Gestalt von, in Massivbauweise errichteten, freistehenden Familien- oder Reihenhäusern, sind weniger durch Mängel in der Bausubstanz, sondern eher wegen fehlender Wärmedämmung, einer ineffizienten Heizungs- und Elektroanlage sowie unzureichender Lüftung, durch Feuchtigkeitsprobleme und hohe Energiekosten belastet. Fragen der Umweltverträglichkeit, oder der Energieeffizienz waren damals in der Öffentlichkeit und der Baubranche praktisch noch kein Thema. Zur Verbesserung des Wohnkomforts kann es ratsam sein, die meist verschachtelte Raumaufteilung durch gezieltes Einreißen oder Umstellen von Wänden zu optimieren und so weitläufigere und helle Räume zu erhalten. Die oben schon angesprochenen Feuchtigkeitsprobleme, die meist mit der Bildung von Schimmelpilzen einhergehen, weichen meist nach Installation einer guten Wärmedämmung von selbst.
Prüfe zuerst, was bereits modernisiert wurde – ein Haus von 1955 kann heute bessere Fenster und eine neuere Heizung haben als ein jüngeres Gebäude. Wände für einen offeneren Grundriss dürfen nicht ohne Klärung ihrer Tragfunktion entfernt werden.
Das städtische Wohnhaus
Das städtische Wohnhaus stammt oftmals noch aus dem frühen 20. Jahrhundert und weist deshalb verschiedene Bautechniken, vom vorindustriellen Fachwerk bis zu moderneren Backstein- und Beton- bzw. Stahlelementen, auf. Diese sind eigentlich immer mehrstöckig und beinhalten eine große Anzahl Wohnungen.
Bedingt durch ihre gedrängte urbane Lage, kommt es bei diesem Häusertyp häufig zu Schäden durch Emissionen und Erschütterungen von Verkehr und Industrie, aber auch nicht ausreichende Sonnenbestrahlung kann eine Folge der dichten Bebauung sein.
Die Bausubstanz kann, je nach Alter, Lage und Bauweise, unterschiedlich beschädigt sein. Feuchtes Mauerwerk, besonders im Keller und den unteren Etagen, schlechter Zustand der Fassade, des Daches sowie der Fenster und verrottete Verbindungsbalken sind die häufigsten Symptome. Auch die Wärme- und Schalldämmung ist meist mangelhaft und kann bzw. muss verbessert werden. Ältere Häuser benötigen oftmals auch eine Ausbesserung im Bereich der Sanitär-, und Haustechnik. Grundsätzlich ist es wichtig, sich bei diesem Häusertyp auf das Wichtige zu beschränken, um die Kosten und Mühen nicht in luftige Höhen wachsen zu lassen.
Bei älteren Stadthäusern treffen teils unterschiedliche Baustoffe, Bauphasen und Nutzungseinheiten aufeinander. Fassade, Fenster, Dach und Leitungsstränge müssen häufig über mehrere Wohnungen hinweg abgestimmt werden. Hinzu kommen mögliche Auflagen, eingeschränkter Zugang zur Baustelle und die Interessen anderer Eigentümer oder Bewohner. Hier ist eine gewerkeübergreifende und gegebenenfalls gemeinschaftliche Planung besonders wichtig.
Das Bauernhaus oder Fachwerkhaus
Bei Bauernhäusern ist es nicht ungewöhnlich, dass sie, über das Wohnhaus hinaus, über eine oftmals auch direkt an den Wohntrakt angebundene Scheune verfügen. Des Weiteren können im Untergeschoss Stallung und Lagerräume vorhanden sein. Der Keller nimmt in vielen Fällen gewölbeähnliche Züge an. Häuser dieses Typs besitzen meist niedrige Raum- und Geschosshöhen, ausgenommen sind hier die Scheune und der Dachboden. Grundstücke dieser Art bieten normalerweise viel Raum für Ausbauten und zusätzliche Projekte.
Die Modernisierung eines Bauernhauses ist, wegen der oft maroden Bausubstanz und anderer Mängel, meistens grundsätzlich aufwendiger und damit auch teurer als die Instandsetzung der schon vorgestellten Häusertypen. Viele dieser Häuser sind zumindest teilweise im Fachwerkstil errichtet und weisen neben Feuchtigkeit in Mauerwerk und Holzkonstruktionen einen starken Schädlingsbefall auf. Auch die haustechnischen und sanitären Anlagen sind, wenn überhaupt vorhanden, mit großer Sicherheit in einem miserablen Zustand. Es kann also vorkommen, dass man erst einmal Grundleitungen verlegen und Anschlüsse für Abwasser installieren muss. Als Bauherr ist es auch wichtig, darauf zu achten, dass die geplanten Maßnahmen im Einklang mit dem schon vorhandenen Erscheinungsbild des Hauses stehen. Besonders Fenster und die Dachpartie haben hier eine entscheidende Auswirkung.
Man sollte sich vor dem Erwerb eines solchen Hauses über die auftretenden Kosten, die gerade bei diesem Haustyp deutlich höher ausfallen können als zu Baubeginn veranschlagt, bewusst sein.
Vor dem Kauf sollte ein grobes finanzielles Konzept vorliegen und in die Erwerbsentscheidung einfließen.
Ältere Bauernhäuser können niedrige Raumhöhen, Nebengebäude, besondere Dach- und Holzkonstruktionen oder ältere Feuchteschutzkonzepte haben. Bei Fachwerk, historischen Putzen und Anschlüssen sind pauschale Standardlösungen oft ungeeignet. Prüfe zudem früh, ob einzelne Gebäudeteile geschützt sind und ob für Umbauten oder Nutzungsänderungen Genehmigungen nötig werden. Vor dem Kauf sollte eine qualifizierte Zustands- und Kosteneinschätzung in die Entscheidung einfließen.
Schritt 5: Kosten, Reserven und Fördermittel vorbereiten
Ein belastbarer Kostenplan entsteht erst aus konkreten Leistungen, Mengen und Angeboten. Bei unbekannter Bausubstanz ist eine einzelne Quadratmeterpauschale besonders fehleranfällig. Gliedere dein Budget mindestens in Pflichtarbeiten, abgestimmte Modernisierung, Wünsche und Reserve. Denke außerdem an Planung, Gutachten, Entsorgung, Gerüst, Baustelleneinrichtung, mögliche Ausweichunterkunft und Wiederherstellung von Oberflächen.
- Was ist bekannt? Für klar beschriebene Leistungen vergleichbare Angebote einholen und Leistungsumfang prüfen.
- Was ist noch unbekannt? Verdeckte Schäden als offene Position markieren und vor dem Vertragsabschluss soweit möglich untersuchen.
- Was kann warten? Komfort- und Gestaltungswünsche nachrangig setzen, wenn notwendige Arbeiten das Budget belasten.
- Wer koordiniert? Bei mehreren Gewerken klären, ob Architekt, Bauleitung oder Fachplaner die Schnittstellen betreut.
Fördermöglichkeiten und gesetzliche Anforderungen gehören vor die Beauftragung in die Planung. Die Bedingungen ändern sich; außerdem unterscheiden sie sich nach Programm, Maßnahme und Vertragsgestaltung. Prüfe daher den aktuellen Stand direkt bei KfW beziehungsweise BAFA und mit der zuständigen Energieeffizienz-Fachperson. Ein in Anspruch genommener Förderbetrag ist kein sicherer Budgetposten, solange die Voraussetzungen und Zusage nicht geklärt sind.
Förderfalle vermeiden
Unterschreibe Verträge nicht allein in der Annahme, den Antrag später nachreichen zu können. Informiere dich zuerst über die für dein Förderprogramm geltende Reihenfolge von Beratung, Antrag, Vertrag und Maßnahmenbeginn.
Wie du bei Materialwahl, Auftragsvergabe und Eigenleistung Kosten bewusst beeinflusst, behandelt der ergänzende BuH-Beitrag Altbausanierung: Kosten sparen.
Schritt 6: Eigenleistung sinnvoll von Facharbeiten trennen
Eigenleistung kann das Budget entlasten – wenn Fähigkeiten, Zeit, Materialkenntnisse und Schnittstellen zu den Fachbetrieben passen. Häufig eignen sich nach sicherer Vorbereitung etwa Ausmessen, Fotografieren, Entrümpeln, einfache Oberflächenarbeiten oder organisatorische Aufgaben. Entscheidend ist aber immer, ob sich im konkreten Bauteil Schadstoffe, Leitungen oder andere Risiken verbergen.
Die Grenzen liegen nicht bloß bei „schwierigen“ Arbeiten: Eingriffe ins Tragwerk, Asbestverdacht, feste Elektro- oder Gasanlagen, besondere Abdichtungs- und Brandschutzaufgaben sowie Arbeiten in großer Höhe verlangen qualifizierte Zuständigkeit. Für manche Tätigkeiten gibt es zusätzliche rechtliche Anforderungen. Vereinbare Eigenleistungen mit den beteiligten Gewerken, damit Gewährleistung, Anschlüsse, Termine und Zuständigkeiten nicht unklar bleiben.
Aus der Bestandsaufnahme einen ersten Projektplan machen
Übertrage deine Beobachtungen in eine einfache Liste mit den Spalten Bauteil – Befund – Dringlichkeit – notwendige Prüfung – zuständige Person – Abhängigkeiten – nächster Termin. Markiere offene Fragen ausdrücklich. Ein realistischer erster Plan ist keine Zusage, dass die Sanierung exakt so ablaufen wird; er zeigt, welche Informationen vor der nächsten Entscheidung fehlen.
Beispiel: Im Keller riecht es muffig, im Erdgeschoss sind neue Fenster gewünscht und die Heizung ist alt. Im Plan steht zunächst „Feuchteursache untersuchen“, dann „Fenster, Lüftung und Gebäudehülle gemeinsam bewerten“ und „zukünftigen Heizwärmebedarf ermitteln“. Drei vorschnelle Einzelaufträge werden so zu einer überprüfbaren Reihenfolge.
PDF: Bestandsaufnahme und Sanierungsprioritäten zum Ausdrucken
Mit dem druckbaren Planungsblatt kannst du beim Hausrundgang Schäden nach Räumen und Bauteilen festhalten, Fotos zuordnen, offene Fachprüfungen notieren und aus Befunden eine erste Prioritätenliste erstellen. Das Blatt ist eine Arbeitsunterlage und ersetzt kein Gutachten.
Zum Download
Der Download wird in einem neuen Tab vorbereitet.
Online-Planer: Welche Sanierungsschritte solltest du als Nächstes klären?
Wähle aus, welche Schäden, technischen Vorhaben und Modernisierungswünsche bei deinem Haus tatsächlich vorliegen. Der Planer ordnet daraus die nächsten Prüf- und Planungsschritte und zeigt Abhängigkeiten – ohne eine Ferndiagnose oder verbindliche Freigabe von Arbeiten vorzutäuschen.
Dein persönlicher Sanierungs-Etappenplan
Was ist am Haus auffällig, und was möchtest du verändern? Wähle alles aus, was auf dein Projekt zutrifft. Du erhältst begründete Prüf- und Planungsschritte – keine Ferndiagnose und keine verbindliche Bauabfolge.
Deine Auswahl wird nur im Browser für dieses Ergebnis verarbeitet, nicht gespeichert oder versendet.
Der Planer wird vorbereitet. Falls diese Meldung stehen bleibt, wurde das Skript nicht gestartet. Bitte JavaScript und die Joomla-Sourcerer-Einbindung prüfen.
Was du bei der Sanierung zuerst klären musst, unterscheidet sich von Haus zu Haus. Uns interessiert, an welcher Stelle Leser besonders oft feststecken:
Diese Umfrage kann momentan nicht angezeigt werden.
Dein nächster Schritt – und die passenden Anleitungen
Wenn du Bestand, Schäden, offene Prüfungen, Ziele, Reihenfolge und Budgetrahmen schriftlich erfasst hast, bist du bereit für die nächsten Gespräche mit Sachverständigen, Energieberatung und Fachbetrieben. Danach kannst du einzelne Gewerke gezielt vertiefen, ohne das Gesamtprojekt aus dem Blick zu verlieren.

Ergänzung oder Frage von dir?
Diese Umfrage kann momentan nicht angezeigt werden.

Quellen und weiterführende Fachinformationen
- Verbraucherzentrale: Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) – aufeinander abgestimmte energetische Maßnahmen.
- Umweltbundesamt: Schimmel und Feuchte in Gebäuden – Ursachen und Gesundheitsaspekte.
- BAuA: Häufige Fragen zu Asbest – Gefahren und Anforderungen bei Arbeiten im Bestand.
- KfW: Bundesförderung für effiziente Gebäude – aktuelle Programme und Antragswege.

Anleitungen und Ratgeber zur Altbausanierung
... wirkt auch an der Decke und in der Dusche (Silikonfugen)
Unter Schimmel werden im Allgemeinen mikrobiologische Pilze verstanden, die neben Lebensmitteln und Pflanzen auch Gebäude befallen können. Für den Zusammenhang zwischen Schimmelpilzen und baulichen Schäden sowie notwendigen Sanierungsmaßnahmen wird dabei der Fachterminus "Baumykologie" verwendet.
Doch was macht die Schimmelbildung in Gebäuden und Wohnungen eigentlich so gefährlich? Und: Wie kann ich den Schimmel gesund und doch gründlich – möglichst für immer – entfernen?



